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Mittwoch, 12. Dezember 2012

Migration Europa: MigrantInnen wollen keine soziale Abhängigkeit

Internationale Studie zeigt: Migranten beuten Wohlfahrtsstaat nicht aus 

Die Großzügigkeit sozialer Leistungen hat keinen Einfluss auf die Zuwanderung innerhalb der Europäischen Union. Das ist das Ergebnis einer breit angelegten internationalen Studie, die das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) jetzt veröffentlicht hat.

Für 19 europäische Länder untersuchten die Forscher über einen Zeitraum von 1993 bis 2008, ob nationale Unterschiede bei der Arbeitslosenunterstützung die Migrationsentscheidung potenzieller Zuwanderer beeinflussen. Derartige öffentliche Hilfen spielen für die Migration von Arbeitslosen innerhalb der EU keine Rolle – die Korrelation lag bei Null.
Für Einwanderung aus Nicht-EU-Staaten zeigte sich eine nur sehr geringe, statistisch kaum signifikante kausale Wirkung.  
Das IZA ist mit mehr als tausend Wissenschaftlern das größte internationale Netzwerk auf dem Gebiet der Arbeitsmarktforschung. Die vorgelegte Grundlagenstudie will das Institut in den kommenden Jahren durch weitere Einzeluntersuchungen vertiefen, um über die Zusammenhänge von Migration und Arbeitsmarkt weitere Erkenntnisse zu gewinnen.

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Studie im Volltext: Corrado Giulietti, Martin Guzi, Martin Kahanec, Klaus F. Zimmermann: Unemployment Benefits and Immigration - Evidence from the EU IZA Discussion Paper No. 6075
23.11.11 [Letzte Aktualisierung  15.12.12] Das Vorarlberger Bloghaus  verlinkt interessante Weblogs.

Sonntag, 20. Mai 2012

Migrant Integration Policy Index

Dringender Handlungsbedarf für Österreich im Diskriminierungsschutz und Einbürgerungsrecht

Der Migrant Integration Policy Index (MIPEX III, www.mipex.eu) ist ein Länderindex, der den rechtlichen Rahmen für Integration in allen Ländern der Europäischen Union, Kanada, den USA, Norwegen und der Schweiz analysiert und vergleicht. Nach den im Jahr 2010 erhobenen Daten rangiert Österreich insgesamt auf Platz 24 von 31. Damit hat es den letzten Platz unter den mitteleuropäischen Staaten.

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[citizen | bürgerInnen | citoyen] Dringender Handlungsbedarf für Österreich im Diskriminierungsschutz und Einbürgerungsrecht
[Letzte Aktualisierung 20.5.12] 

Donnerstag, 26. April 2012

[Unterrichtsmaterialien:] Flüchtlinge aus Nordafrika und die EU-Einwanderungspolitik

Die virtuelle Medienmappe (Unterrichtsmaterial für Arbeitsblätter) bietet Links und Material zur derzeitigen Debatte über die EU-Einwanderungspolitik und die Aufnahme nordafrikanischer Flüchtlinge.

Die Medienmappe bietet Links und Material zur derzeitigen Debatte um die EU-Einwanderungspolitik und die Aufnahme nordafrikanischer Flüchtlinge.


Die Medienartikel und Videos eignen für die Erstellung von Arbeitsblättern in den Fächern Politik, Deutsch, Sozialkunde, Ethik, Geografie und Geschichte.

Im Focus stehen Daten und Fakten zur Einwanderung nach Europa, die Ziele und Träume der Flüchtlinge und Pro-Contra-Standpunkte zur aktuellen Kontroverse. Zusätzlich finden Sie Links zu Nichtregierungsorganisationen und Karikaturen zum Thema.

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Medienmappe:  Flüchtlinge aus Nordafrika und die EU-Einwanderungspolitik - Unterrichtsmaterial für Arbeitsblätter
31.8.11/25.4.12/

Freitag, 30. März 2012

UNHCR-Grundsatzpapier zur europäischen Flüchtlingspolitik


Die Zunahme von Krisen und Konflikten hat 2011 grosse Flüchtlingsströme ausgelöst. Und die Situation dürfte sich in den kommenden Jahren kaum beruhigen. Zählte man vor 60 Jahren noch 2,1 Millionen Flüchtlinge, so sind es heute gegen 44 Millionen Menschen, die im Exil leben müssen.
"Ich erinnere daran, dass 80 Prozent aller Flüchtlinge von Entwicklungsländern aufgenommen werden. Nur 2 Prozent der 900'000 Personen, die aus Libyen geflüchtet sind, fanden Zuflucht in Europa. Es sind vor allem die Nachbarländer, insbesondere Tunesien, die sie aufgenommen haben, was einer ausserordentlichen Solidarität gleichkommt.(UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, Antonio Guterres, swiss-info 29.3.12) 
Vorschläge der Kommission. Bei den gegenwärtigen Verhandlungen über die Vorschläge der Kommission zur Überarbeitung der bisherigen flüchtlingsrechtlichen Instrumente geht es darum, alle am europäischen Asylsystem beteiligten Staaten auf ein vergleichbares, hohes Schutzniveau zu führen. Voraussetzung für ein europäisches Asylsystem, in dem in allen beteiligten Staaten zu gleichen Bedingungen und bei gleichen Chancen ein Asylverfahren nach europäischen Maßstäben durchgeführt wird, sind klare und verbindliche Standards in allen Bereichen des Flüchtlingsrechts. Aufnahmebedingungen, materielle Kriterien für die Gewährung des internationalen Schutzes und der zu gewährende Rechtsstatus und vor allem Verfahrensstandards mit den notwendigen Garantien für die schutzsuchenden Personen müssen auf eine Art und Weise geregelt werden, die geeignet ist, europaweit die Identifizierung der schutzbedürftigen Personen zu garantieren.
"Es existiert zur Zeit noch keine ganzheitliche europäische Asylpolitik. Wenn ein Afghane zum Beispiel in Europa Asyl beantragt, stehen seine Chancen, anerkannt zu werden, zwischen 8 und 91 Prozent – je nach Staat, in welchem er sein Gesuch deponiert." (UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, Antonio Guterres, swiss-info 29.3.12)
Michael Lindenbauer, UNHCR-Vertreter für Deutschland und Österreich. Der NHCR unterstützt die derzeit verhandelten Reformvorschläge der EU-Kommission im Bereich Asyl und Flüchtlingsschutz, bei denen es im Kern darum geht, alle im europäischen Asylsystem beteiligten Staaten auf ein vergleichbares, hohes Schutzniveau zu führen. "Deutschland spielt eine Schlüsselrolle bei den Verhandlungen. Sein Leitmotiv sollte dabei sein, dem Schutzgedanken der Genfer Flüchtlingskonvention zu bestmöglicher Wirksamkeit in der Europäischen Union zu verhelfen", so Michael Lindenbauer, UNHCR-Vertreter für Deutschland und Österreich.

Das UNHCR-Grundsatzpapier bildet den Abschluss einer Reihe von Aktivitäten und Veranstaltungen zum  Thema "60 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention". Es bescheinigt dem nationalen deutschen Asylsystem eine "positive Entwicklung"mit Blick auf "Wahrnehmung und Anwendung"der Genfer Flüchtlingskonvention, zum Beispiel bei der Anerkennung nichtstaatlicher Verfolgung. Gleichzeitig weist das Papier aber auch auf eine Reihe von Punkten hin, in denen "das deutsche Asylsystem verbesserungsfähig und -würdig"sei.

Dringenden Handlungsbedarf sieht UNHCR bei der Durchführung des sogenannten Dublin-Verfahrens in Deutschland, in dem entschieden wird, welches Land für die Prüfung eines Asylantrages zuständig ist. So sei es notwendig, von der bisher geltenden Gesetzeslage abzurücken, nach dem ein einstweiliger Rechtsschutz gegen die Überstellung in ein anderes Land ausdrücklich ausgeschlossen sei. Auch aus der Europäischen Menschenrechtskonvention ergebe sich, dass ein Zugang zum einstweiligen Rechtsschutz vorhanden sein müsse.

Mit Blick auf die Situation unbegleiteter Minderjähriger spricht sich UNHCR erneut dafür aus, die verfahrensrechtliche Handlungsfähigkeit von derzeit 16 auf 18 Jahre heraufzusetzen. Hierfür spreche die Verpflichtung zur vorrangigen Berücksichtigung des Kindeswohls. Grundsätzlich, so UNHCR, solle das Flughafenverfahren wie auch eine Zurückweisung an der Grenze nicht auf unbegleitete Minderjährige angewandt werden.

Ein zentrales Anliegen von UNHCR war es in den letzten Jahren, ein wichtiges Instrument des internationalen Flüchtlingsschutzes auch in Deutschland einzuführen. Ein entsprechender Beschluss wurde Freitag letzter Woche von der Innenministerkonferenz gefasst: Zukünftig wird Deutschland Aufnahmeplätze (zunächst 900 innerhalb von drei Jahren) zur Neuansiedlung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge aus Erstzufluchtsländern und damit am globalen UNHCR-Resettlement Programm teilnehmen.
Lindenbauer: "Dies ist zum Abschluß von diesem Gedenkjahr ein wichtiger, konkreter Beitrag für den internationalen Flüchtlingsschutz: Flüchtlinge erhalten individuell eine dauerhafte Perspektive und deren Erstaufnahmeländer ein Zeichen der Solidarität".
Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, (bzw. Hochkommissär der Vereinten Nationen für Flüchtlinge, englisch  United Nations High Commissioner for Refugees , UNHCR) ist ein persönliches Amt und eine Behörde der Vereinten Nationen (UN). Das Hochkommissariat ist mit dem Schutz von Millionen von Flüchtlingen und Vertriebenen fast weltweit beauftragt und ist auch im Bereich der humanitären Hilfe tätig. Das Flüchtlingskommissariat ist als Spezialorgan der Vereinten Nationen der Generalversammlung rechenschaftspflichtig. Es wurde am 14. Dezember 1950 von der Generalversammlung gegründet und nahm am 1. Januar 1951 seine Arbeit auf. Die Behörde ist Nachfolgeorganisation des vom Friedensnobelpreisträger und Polarforscher Fridtjof Nansen nach dem Ersten Weltkrieg gegründeten (und von ihm bis 1927 geleiteten) Flüchtlingskommissariats des Völkerbundes. Nach seinem Tod wurde das Office international Nansen pour les réfugiés errichtet.Das Hauptquartier des UNHCR liegt in Genf.

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Freitag, 16. März 2012

Le Monde diplomatique: Ein Dossier zur Migration nach Europa



Die in Frankreich und mehreren anderen Ländern erscheinende Monatszeitung Le Monde diplomatique (von ihren französischen Lesern als „Le Diplo“ bezeichnet) veröffentlicht ausführliche Analysen und Kommentare zur internationalen Politik und zu kulturellen Themen.Höchst Aktuell und lesenswert das Dossier zur Migration in Europa. 

Europas Mauern
von Alain Morice und Claire Rodier
Seit dem Fall der Berliner Mauer und der Auflösung des Ostblocks bestimmt die Europäische Union die Grenzpolitik des neuen Europa

Mythen der Migration
von Charlotte Wiedemann
"Menschlichkeit ist der wichtigste Eckstein modernen europäischen Grenzmanagements." Frontex General Report 2008

Die armen Nachbarn von gegenüber
von Georges Corm
Europas Mittelmeerpolitik geht an den Realitäten vorbei

Teure Grenzen
von Francis Ghilès
Der Maghreb braucht mehr regionale Integration

Der Fremde als Lehrmeister
von Ilija Trojanow
Von der Fibonacci-Folge und anderen Früchten der Migration

Entwicklungshilfe zum Selbermachen
von Anne-Cécile Robert und Jean-Christophe Servant
Die afrikanischen Migranten tragen die finanzielle Last

Gehen, kommen und nicht bleiben dürfen
von Irene Bruegel
Sie waren Sudetendeutsche, Juden, Sozialisten, tschechoslowakische Bürger: Eine Britin erinnert sich an ihre Eltern

Wer nicht bleiben kann, muss fliehen
von Philippe Rekacewicz
Mehr als 10 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Nur die wenigsten genießen den Schutz der Vereinten Nationen

Karten und Grafiken zum Thema Migration
Auf der Suche nach Arbeit
Migranten leisten Entwicklungshilfe
Afrikanische Völkerwanderung
Mehr Schützlinge für das UNHCR
Zwischen Jordanien und Pakistan leben die meisten Flüchtlinge
Zwischen der Türkei und Ostafrika leben die meisten Binnenflüchtlinge
Wirtschaftsleistung 2007
Flucht vor Katastrophen, Kriegen und Folgen des Klimawandels
Flucht vor Katastrophen, Kriegen und Folgen des Klimawandels
Festung Europa 2010
Europäische Nachbarschaftspolitik
Abkommen zur Rückübernahme
Die Opfer des Schengenraums seit 1994

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Link: Ein  LMd-Dossier zur Migration nach Europa

Le Monde diplomatique 
Die erste Ausgabe erschien im Mai 1954 mit der Schlagzeile „Alte Diplomatie - Neue Diplomatie“. Heute hat Le Monde diplomatique eine Auflage von rund 300.000 Exemplaren. 38 Ausgaben in weiteren 16 Sprachen (26 inklusive online-Ausgaben) führen zu einer Gesamtauflage von etwa 2,2 Millionen auf der ganzen Welt.
Le Monde Diplomatique gehört zu 49 Prozent dem Verein L'association des Amis du Monde diplomatique, dessen Mitglieder zumeist auch Leser der Zeitung sind. Die restlichen 51 Prozent gehören der französischen Tageszeitung Le Monde. Die Unabhängigkeit der Publikation soll durch die Begrenzung der Anzeigen und durch die Kapitalbeteiligung von Seiten der Leserschaft gewahrt werden.
Das Blatt nimmt eine kritische Haltung gegenüber dem Wirtschaftsliberalismus und der Globalisierung ein und vertritt eine Position im linken Spektrum. (Wikipedia)

Sonntag, 4. März 2012

Migration Österreich: Vier Zehntel sind EU-Binnenwanderung


80 Prozent  der Personen ausländischer Herkunft wohnen in  nur 10 Prozent aller Gemeinden Österreichs.


Migration & Integration. Zahlen. Daten. Indikatoren 2011. Das Jahrbuch der Statistik Austria gibt einen Einblick in die Lebensbedingungen der Menschen mit Migrationshintergrund inÖsterreich. Unter Einbeziehung unterschiedlicher Quellen quer über alle Statistikbereiche wurden aussagekräftige Informationen über eine bestimmte Bevölkerungsgruppe, nämlich Zuwanderer und deren Nachfahren, kombiniert und in Form von Texten, Tabellen und Grafiken dargestellt. Das Jahrbuch informiert auf 119 Seiten über Zu- und Abwanderung, Sprache und Bildung, Beschäftigung und Arbeitsmarkt sowie Soziales und Gesundheit. Die Präsentation der Ergebnisse einer Befragung über das Integrationsklima in der österreichischen Bevölkerung rundet das Themenspektrum ab.

Rund 1,5 Millionen Menschen in Österreich haben Migrationshintergrund. Im Durchschnitt des Jahres 2010 lebten rund 1,543 Millionen Personen (18,6%) mit Migrationshintergrund in Österreich. Davon waren etwa 1,139 Millionen selbst im Ausland geboren. Knapp 405.000 Personen waren hingegen in Österreich geborene Nachkommen von Eltern mit ausländischem Geburtsort und werden daher auch als "zweite Generation" bezeichnet.

Neben aktuellen Daten und Fakten rund um die Themen Migration und Integration sind darin auch 25 definierte Indikatoren zur Beurteilung von Integrationsprozessen – von demographischen Aspekten über die sozioökonomische Situation bis zum Thema Sicherheit –enthalten.

Etwa 928.000 Personen haben keine österreichische Staatsbürgerschaft. Von den 8,4 Mio. Menschen mit Hauptwohnsitz in Österreich hatten am 1.1.2011 insgesamt rund 928.000 Personen keine österreichische Staatsbürgerschaft. Dies entspricht einem Ausländeranteil von 11%. Rund vier Zehntel der ausländischen Staatsangehörigen (368.000 Personen) kamen aus der EU, dem EWR oder der Schweiz, knapp ein Drittel (294.000 Personen) aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens (ohne Slowenien, das seit 2004 EU-Mitglied ist) und rund 12% aus der Türkei (113.000 Personen). Etwa 16% entfielen auf Staatsangehörige der übrigen europäischen Staaten sowie anderer Erdteile (insgesamt 152.000 Personen).

Zuwanderer konzentrieren sich auf wenige Gemeinden. Die in Österreich lebenden Zuwanderer konzentrieren sich in wenigen Gemeinden: So lebten rund 80% der Personen ausländischer Herkunft in 10% aller Gemeinden Österreichs. Neben Wien und anderen Städten wie beispielsweise Salzburg, Wels, Bregenz und Traun hatten insbesondere Tourismusorte wie Sölden oder Bad Gastein sowie Gemeinden mit Flüchtlingsunterkünften besonders hohe Bevölkerungsanteile ausländischer Herkunft.

Zuwanderer leben in kleineren Wohnungen, jedoch in größeren Haushalten. Die durchschnittliche Anzahl der in einem Haushalt lebenden Personen bei der einheimischen Bevölkerung ohne Migrationshintergrund war 2010 etwas kleiner (2,2 Personen pro Haushalt) als bei Personen mit Migrationshintergrund (2,6 Personen pro Haushalt). Auch lebten Migrantinnen und Migranten in deutlich kleineren Wohnungen: Standen der österreichischen Bevölkerung durchschnittlich 46m² Wohnraum pro Person zur Verfügung, waren es bei der zugewanderten Bevölkerung nur 31 m² pro Kopf.

Zuwanderer haben sehr unterschiedliches Bildungsniveau. Personen mit Migrationshintergrund sind in den höchsten und niedrigsten Bildungsschichten öfter vertreten als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Der überdurchschnittliche Anteil hoch qualifizierter Migrantinnen und Migranten ist vor allem auf Zuwanderung aus der EU (in erster Linie aus Deutschland) zurückzuführen, wogegen Zuwanderer aus dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei zumeist einen niedrigeren Bildungsabschluss aufweisen.

Niedrigere Erwerbstätigkeit und höhere Arbeitslosigkeit bei Zuwanderern. Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund steht tendenziell in geringerem Maße im Erwerbsleben. So lag die Erwerbstätigenquote der Zuwanderer im Jahr 2010 bei 65%, jene der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund dagegen bei 73%. Dieser Unterschied hat sich zwar seit dem Vorjahr etwas verringert, ist aber weiterhin hauptsächlich auf die niedrigere Erwerbsbeteiligung von Frauen mit Migrationshintergrund zurückzuführen.

Die Arbeitslosenquote war 2010 bei ausländischen Staatsangehörigen mit 9,7% deutlich höher als bei Österreicherinnen und Österreichern (6,4%). Allerdings waren (im Durchschnitt höher qualifizierte) Zuwanderer aus EU-Staaten weitaus weniger von Arbeitslosigkeit betroffen, als (meist geringer qualifizierte) Migrantinnen und Migranten aus Drittstaaten.

Ausländische Staatsangehörige verdienen weniger und sind stärker von Armut betroffen. Das Lohnniveau ist bei Zuwanderern deutlich niedriger: Lag 2009 das mittlere Netto-Jahreseinkommen (Median) der österreichischen Staatsangehörigen bei 22.303 Euro, standen ausländischen Staatsangehörigen im Mittel nur rund 84% dieses Wertes (18.367 Euro) zur Verfügung. Gleichzeitig war mit knapp einem Viertel (24%) ein wesentlich größerer Teil der ausländischen Staatsangehörigen armutsgefährdet als bei der inländischen Bevölkerung (11%).

Integrationsklima wird von Zuwanderern optimistischer eingeschätzt als von Österreichern. Das "Integrationsklima" wird von der inländischen Bevölkerung eher pessimistisch eingeschätzt: Knapp zwei Drittel (65%) sind der Ansicht, dass Integration in Österreich eher schlecht oder sehr schlecht funktioniere. Die zugewanderte Bevölkerung teilt diesen Pessimismus allerdings nicht, denn die überwiegende Mehrheit (86%) fühlt sich in Österreich bereits völlig oder eher heimisch.

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Statistisches Jahrbuch für Migration & Integration 2011 - PDF. 119 S. 7,3 MB, 6.7.2011
16.7.11/24.3.12/

Montag, 26. Dezember 2011

Europarat: Europäische Haltungen zu Migranten

Die Bemühungen des Europarates zum besseren Umgang mit der wachsenden kulturellen Vielfalt auf dem gesamten Kontinent haben mit der Präsentation vorläufiger Ergebnisse einer Umfrage begonnen. Dabei ging es darum, wie Bürger bestimmter europäischer Städte Migranten wahrnehmen. Die Ergebnisse fielen sehr unterschiedlich aus.

Die Umfrage wurde vom unabhängigen Sozialforschungsinstitut IPSOS durchgeführt und stellt den ersten Schritt eines 18-monatigen Programms dar, das den Namen SPARDA: Shaping perceptions and attitudes to realise the diversity advantage (Gestaltung von Wahrnehmungen und Standpunkten zur Nutzung der Vorteile kultureller Vielfalt) trägt und bis Juni 2012 läuft.

In Auftrag gegeben wurde die IPSOS-Umfrage vom Europarat und der Europäischen Union. Im Mittelpunkt standen die Reaktionen auf Migranten in sieben europäischen Städten: Lyon, Frankreich, Limassol, Zypern, Valencia/Pactem Nord, Spanien, Reggio Emilia, Italien, Coimbra, Portugal, Patras, Griechenland, und Had Dingli, Malta. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer SPARDA-Konferenz vom 7.-8. Juli in Limassol, Zypern, besprochen.

Die erfolgreiche Integration von Migranten hängt sehr stark von der Wahrnehmung innerhalb der Gastgemeinde der Migranten und der ethnokulturellen Vielfalt ab. Diese Wahrnehmung ist ein Produkt komplexer Faktoren und Umstände. Bis zu einem gewissen Umfang kann die Wahrnehmung durch die Art und Weise beeinflusst werden, wie Meinungsbildner – insbesondere politische Verantwortliche und die Medien – mit diesen Fragen umgehen.

Die SPARDA-Methode unterzieht diese Hypothese einer Prüfung. Die vorläufige Umfrage dient als Messanzeige, auf deren Grundlage die Städte ihre Informationskampagnen bis Ende 2012 ausrichten können. Die zweiten Umfragen, die im Anschluss an die Kampagnen durchgeführt werden, liefern eine Vorstellung davon, inwiefern die Kampagnen die Wahrnehmung der Gemeinden von Migranten beeinflusst haben.

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Shaping perceptions and attitudes to realise the diversity advantage (SPARDA)
16.7.11/26.12.11/

Samstag, 27. August 2011

Roma-Kinder im Kosovo: Abgeschoben und vergessen!

Roma-Kindern, die aus europäischen Ländern in den Kosovo abgeschoben wurden, bleiben dort weiterhin elementare Rechte vorenthalten. Dies ist Ergebnis einer neuen UNICEF-Studie, bei der Forscher rund 200 im vergangenen Jahr zurückgeführte Familien der Roma, Ashkali und Kosovo-Ägypter sowie Mitarbeiter kosovarischer Behörden ausführlich befragt haben. Danach gehen drei von vier der betroffenen schulpflichtigen Kinder nicht zur Schule.

Nach wie vor leben die meisten in den Kosovo rückgeführten Kinder am Rande der Gesellschaft:

  • Bildung: Drei Viertel aller in den Kosovo zurückgeführten Roma-, Ashkali- und Ägypter-Kinder im schulpflichtigen Alter besuchen keine Schule. Keine der vorgesehenen Maßnahmen wie Sprachkurse oder Förderklassen wurden umgesetzt. Immer wieder ignorieren Schuldirektoren offizielle Regelungen, die das Recht auf Bildung für diese Kinder sicherstellen sollen und weigern sich, die Kinder aufzunehmen.
  • Armut: Viele rückgeführte Familien leben weiter in heruntergekommenen Wohnungen mit Plastikfolien in den Fensterrahmen und ohne Heizungs- oder Wasseranschluss. Sie haben meist keine geregelte Arbeit und im Laufe des Jahres auch den Anspruch auf Sozialhilfe verloren. Vielen ist es nicht möglich, lebensnotwendige Medizin oder ausreichend Brot zu kaufen.
  • Mangelnde Unterstützung: Zwar hat die kosovarische Regierung erstmals einen Reintegrationsfond aufgelegt und mit 3,4 Millionen Euro ausgestattet. Die Bürgermeister und Schuldirektoren wurden angewiesen, Rückkehrerfamilien zu unterstützen. Doch tatsächlich fehlt es an politischem Willen und die Umsetzung der vorgesehenen Reintegrationsmaßnahmen auf der Ebene der Gemeinden ist weiterhin völlig unzureichend. Das System und die bestehenden Verfahren, um Hilfe zu erhalten, sind sehr langsam und umständlich. Nur ein kleiner Teil der vorgesehenen Mittel erreicht bislang einige wenige Familien.

Die wichtigsten Empfehlungen der neuen UNICEF-Studie zur Verbesserung der Situation der betroffenen Kinder lauten:

  • Rückführungen von Kindern aus Roma-, Ashkali- und Ägypter-Familien in den Kosovo sollten nur erfolgen, wenn die Auswirkung auf das Wohl des Kindes im Einzelfall überprüft wurde. Zwangsweise Rückführungen sollten unterbleiben.
  • Kosovarischen Kinder, die hier geboren und integriert sind, sollte ein dauerhaftes Bleiberecht gegeben werden.
  • Kosovarische Behörden müssen leicht zugängliche Sprachkurse, Förder- und Übergangsklassen einrichten. Die Kinder müssen ihre Schullaufbahn ohne Verzögerungen fortsetzen können.
  • Im Kosovo müssen Unterstützungsprogramme für bereits Zurückgekehrte verstärkt auf die Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet werden, damit zurückgeführte Kinder nicht auf Dauer in Armut und am Rande der Gesellschaft bleiben.
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Inhalt
Im Auftrag von UNICEF haben die Sozialwissenschaftler Hil Nrecaj und Verena Knaus von Oktober 2010 bis Juli 2011 insgesamt 200 in das Kosovo abgeschobene Familien aufgesucht. Ziel war es, die konkrete Umsetzung der Reintegration der Kinder und ihre aktuelle Lebenssituation zu überprüfen und zu dokumentieren.


Abkürzungsliste  5
Vorwort von Jan Jařab  6
Vorwort von Tom Königs und Johannes Wedenig 8
1. Einleitung  10
1.1 Methodologie  13
2. Bereit zum Abflug – eine Übersicht von Rückführungen im Jahr 2010 14
3. Die Politik der Rückführung  18
3.1 Entwicklungen in Deutschland 19
3.2 Die Sicht aus Pristina 20
4. Erlebte Reintegration: Bewertung der Veränderungen vor Ort 22
4.1 Amtliche Registrierung von Kindern 24
4.2 Schulbesuch 25
4.3 Einkommen und Wohnverhältnisse 27
4.4 Zugang zum Reintegrationsfonds 31
5. Geteilte Verantwortung 34
6. Empfehlungen 38
Fußnoten 40

Mittwoch, 20. Juli 2011

Bridge-IT Netzwerk: Migranten, ethnische Minderheiten und IKT


"Migrants, ethnic minorities and ICT" (Migranten, ethnische Minderheiten und IKT) ist eine Bestandsaufnahme der Projekte als gute Beispiele dafür, wie das Potential von Informations- und Kommunikationstechnologien für die Förderung der Integration in Europa genutzt werden kann. 


Das Booklet stellt einen Überblick über zahlreiche Initiativen vor, die in unterschiedlichen Umgebungen aus verschiedenen Gründen entstanden sind und verschiedene Zielgruppen adressieren - jedoch alle gemeinsame Ziele teilen: d.h. Informations- und Kommunikationstechnologien zu nutzen, um Migranten und ethnische Minderheiten sozio-ökonomisch in die Gesellschaft zu integrieren, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die mit ihnen arbeiten, zu unterstützen und einen wechselseitigen Erfahrungs- und Wissensaustausch unter den Aufnahmeländern anzuregen.

Ziel des Bridge-IT Netzwerkes ist es, Beispiele guter Praxis aus verschiedenen Ländern als Vorbilder zu identifizieren und Werkzeuge für ihre Nachbildung und Verbreitung in ganz Europa zu entwickeln. Daraufhin sollen mit Experten Richtlinien für die Verbesserung, Entwicklung und Nachbildung von bestehenden Initiativen erarbeitet werden. Dabei wird sich das Projekt auf diese drei speziellen Unterthemen fokussieren:
  • Früherziehung und lebenslanges Lernen in einem multikulturellen Europa
  • Beschäftigungsfähigkeit von Migrantinnen und Migranten und Möglichkeiten der wirtschaftlichen Partizipation
  • Stärkung der Zivilgesellschaft und Herstellung von sozialem Kapital
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