Über das BIP hinaus: Wie soll man Wohlstand und Lebensqualität messen?

Die erste Ausgabe des neuen Schweizer Statistik-Magazin ValeurS befasst sich damit, wie Wohlstand und Lebensqualität gemessen werden können. 

Die heiss diskutierten Fragen, wie wir Lebensqualität messen können und wie es mit dem Brutto-Inland-Produkt (BIP) weitergehen soll, werden in dieser Ausgabe aus Sicht verschiedener Autorinnen und Autoren ausgeleuchtet und in einen grösseren Zusammenhang gestellt. Die Beiträge stammen von Professor Aymo Brunetti, Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik im Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), Walter Radermacher, Generaldirektor von Eurostat, dem Statistikamt der EU, BFS-Direktor Jürg Marti und BFS-Fachleuten.

BIP-Problematik. Wird zum Beispiel in Borneo der tropische Regenwald abgeholzt, geht natürliches Kapital unwiederbringlich verloren. Dennoch steigt dort das Bruttoinlandprodukt (BIP). Dies ist eine Folge der gängigen BIP-Definition. Seit geraumer Zeit mehren sich daher die Zweifel, ob ein Messinstrument noch genügen kann, das namentlich über die Lebensqualität und den Zustand der Umwelt wenig bis nichts aussagt.

Soll man deswegen das BIP ablösen? Oder müsste es zumindest mit weiteren Messindikatoren ergänzt werden? Das BFS befasst sich seit längerem intensiv mit dieser Thematik, denn diese Überlegungen haben ganz unmittelbar Auswirkungen auf sein Wirken. Seit den neunziger Jahren verfügt das BFS bereits über grosse Erfahrung und Kompetenz bei der Messung auch non-monetärer
Werte und den entsprechenden Indikatoren für Lebensqualität und Wohlstand. Was darunter zu verstehen ist, erklären die BFS-Fachleute in dieser neuen Publikation.

Für die Schweizer Statistiker hat das BIP allerdings noch lange nicht abgedankt, es ist jedoch daran, zusätzliche Indikatoren zu entwickeln. Dabei arbeitet das BFS konkret an Messgrössen, welche die Bereiche Soziales, Ökonomie und Ökologie verbinden. Einen statistischen Alleingang der Schweiz finden sie verständlicherweise nicht zielführend und so unterstützen sie konsequenterweise alle Bestrebungen auf internationaler Ebene, die ein ergänztes BIP zum Ziel haben, in der Hoffnung, dereinst ein einfach zu bedienendes «Armaturenbrett» zu haben, das den für Politik und Gesellschaft angestrebten Nutzen auf verständliche Weise abbildet.

Mit dem Magazin ValeurS lanciert das Bundesamt für Statistik (BFS) der Schweiz eine neue Publikation, die sich jeweils umfassend mit einem Thema auseinandersetzt. ValeurS schliesst damit eine Lücke, indem es neben dem gewohnten statistischen Output des BFS die Bildung thematischer Schwerpunkte ermöglicht. Das Magazin erscheint halbjährlich und kann kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

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