Hans-Peter Martin zum Bankensystem: EU-Kommission spielt schon auf Zeit

Die Expertengruppe der EU-Kommission unter Leitung des finnischen Zentralbankchefs Erkki Liikanen hat ihre Vorschläge für ein europäisches Trennbankensystem vorgestellt. Demnach sollen Banken in der EU künftig risikoreiche Investmentgeschäfte vom risikoarmen Privatkunden- und Kreditgeschäft rechtlich voneinander trennen.

Der unabhängige EU-Abgeordnete Hans-Peter Martin aus Vorarlberg, langjähriges Mitglied im Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments, erklärte laut euroactiv.de dazu:
"Der neue Bericht weist den richtigen Weg. Die EU-Kommission, die den Bericht in Auftrag gegeben hatte, spielt aber schon auf Zeit und will sich erst nach dem Aufbau einer zentralen Bankenaufsicht, die sicherlich noch bis 2014 dauern wird, darum kümmern.
Diese Verzögerung ist falsch, da nur eine Zerschlagung des bisherigen Bankensystems wichtige Risiken abbauen kann, die uns in die gegenwärtige Finanzkrise geführt haben. Unzureichend ist auch, dass Geschäftsbanken und Investmentbanken erst getrennt werden sollen, wenn die riskante Sparte zehn Prozent der Bilanzsumme einer Bank übersteigt und damit das Universalbankmodell bestehen bleibt. Damit werden normale Geschäftskunden und auch Steuerzahler weiterhin in Mitleidenschaft gezogen, wenn sich Banken verspekulieren."
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High-level Expert Group on reforming the structure of the EU banking sector - Chaired by Erkki Liikanen - FINAL REPORT - Brussels, 2 October 2012
Euroaktiv: EU-Expertengruppe schlägt Trennbankensystem vor "Ein sichereres, solideres und wirksameres Bankensystem"

1.10.12 [Letzte Aktualisierung 1.10.12] Das Vorarlberger Bloghaus verlinkt interessante Weblogs.

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