Deutsche Jugendorganisationen sehen EU-Kommission im Abseits

Die EU-Förderprogramme für Bildung und Mobilität gehen 2014 in eine neue Runde: Die dänische EU-Ratspräsidentschaft hat einen Vorschlag für die Umsetzung von „Erasmus für alle“ vorgelegt. 

Mit der Aufnahme eines eigenen Jugendkapitels wurde formal die Forderung der Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten aufgegriffen, trotz des massiven Widerstands der zuständigen EU-Kommissarin Androulla Vassiliou. Leider bleibt der vorliegende Entwurf aus Sicht des Deutschen Bundesjugendrings weit hinter den Erwartungen der Jugendorganisationen zurück.

Aus dem bestehenden Programm JUGEND IN AKTION wurden weder das eigene Jugendbudget noch die Ziele der Förderung einer aktiven Bürgerbeteiligung oder die eigenständigen nationalen Umsetzungsagenturen übernommen.

Deutliche Kritik an dem Vorschlag der EU-Kommission äußerte die Vorsitzende des Ausschusses für Kultur, Bildung, Jugend und Sport des Europäischen Parlaments und Berichterstatterin für „Erasmus für alle“, Doris Pack, am 27. März 2012 und kündigte erhebliche Nachbesserungsvorschläge des Europäischen Parlaments an. Auch die Teilnehmenden an der EU-Jugendkonferenz haben am 21. März 2012 in Sorø/Dänemark in ihrer Abschlusserklärung ein unabhängiges Jugendprogramm auf Basis der EU-Jugendstrategie gefordert, aufbauend auf dem Programm JUGEND IN AKTION und mit einem eigenen Budget ausgestattet.




„Ich habe kein Verständnis mehr für die ablehnende Haltung von Kommissarin Androulla Vassiliou“, sagt Gunnar Czimczik, stellvertretender DBJR-Vorsitzender, „sie begibt sich immer deutlicher ins politische Abseits. Ihre derzeitige Kommunikationsstrategie ist ein Desaster und ihr Verhalten gegenüber jungen Menschen in Europa nicht mehr nachvollziehbar. Ich hoffe, dass sie nach den klaren Positionierungen der Jugend in Europa, der Mehrheit der Mitgliedstaaten und der deutlichen Kritik des Europäischen Parlaments ihren Plan aufgibt, den non-formalen Bildungsbereich zu schwächen.“.

Dazu hat  EU-Kommissarin Androulla Vassiliou nun Gelegenheit. In ihrem Statement vor den Teilnehmenden an der EU-Jugendkonferenz in Sorø/Dänemark sicherte sie zu, ein unabhängiges EU-Jugendprogramm zu akzeptieren, wenn ihr zehn gute Gründe dafür genannt würden. Die jugendlichen Delegierten ließen sich nicht lange bitten und übermittelten ihr in einem Videoclip umgehend zehn gute Argumente für ein eigenständiges EU-Jugendprogramm.

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