Keine Insel: Kreatives Ökobilanzierungsmodell aus der Schweiz

In einem beachtenswerten Forschungsprojekt "Gesamt-Umweltbelastung durch Konsum und Produktion der Schweiz" wurden erstmals die gesamten Umweltbelastungen durch Konsum und Produktion der Schweiz untersucht. 

Eine Input-Output Analyse wurde nach dem Prinzip "True and Fair View" mit einer Ökobilanz verknüpft. Das auch auf andere entwickelte Staaten anwendbare Modell zeigt eines deutlich: Die globalisierte Produktions- und Handelswelt importiert nur die Güter. Die Umweltbelastung entsteht oder verbleibt häufig in den Lieferländern.

Keine Insel. Die Studie zeigt die Bedeutung der verschiedenen Wirtschaftsbranchen wie auch der Importe bezüglich ihres Beitrags zur Gesamtumweltbelastung auf. Es wird deutlich, dass dem Aussenhandel eine wichtige Rolle bei der Analyse der durch den  Konsum verursachten Umweltbelastungen zukommt.

Etwa 60 Prozent der durch die Endnachfrage verursachten Umweltbelastungen fallen im Ausland durch Importe von Gütern und Leistungen an. Der wichtigste Konsumbereich ist die Ernährung mit knapp 30 Prozent Anteil an den Gesamtbelastungen, gefolgt von Wohnen und Mobilität.

True and Fair View. Der hier entwickelte Ansatz ist für Länder, in denen der Aussenhandel eine wichtige Rolle spielt nützlich. Die methodischen Ansätze, wie zum Beispiel die Berechnungsweise der Umweltbelastung durch Importe, sind grösstenteils auch auf andere Länder übertragbar. Diese Studie kann somit einen wichtigen Beitrag leisten für die methodische Diskussion und  zur Harmonisierung auf internationaler Ebene beitragen.

Im Rahmen dieses Forschungsprojektes wurde mit der Kombination von ökonomischen Input-Output-Tabellen und verschiedenen Umweltdaten erstmals eine Datengrundlage zur Analyse der gesamten Umweltbelastungen von Konsum und Produktion aufgebaut. Vereinfachte Indikatoren wie Treibhausgase, Energiebedarf, Wasserbedarf oder die heutigen Methoden zur Berechnung eines ökologischen Fussabdrucks reichen nicht aus, um ein umfassendes Bild der Umweltbelastungen zu zeichnen, vielmehr sind eine Vielzahl von relevanten Informationen zu verketten. Damit versucht die Studie den Anforderungen gerecht zu werden, Handlungen und Entscheidungen vorzubereiten, indem sie die notwendigen Informationen für die zu beeinflussenden Entscheidungen bereitstellt. Dies sowohl für die Politik und Verwaltungsebenen als auch für die privaten Konsumentscheidungen.

Die Pilotstudie begnügt sich also nicht auf eine Insellösung und missachtet damit die Umweltbelastungen außerhalb der Schweiz ausdrücklich nicht, sondern differenziert nach inländischen und ausländischen Belastungen und zwar entlang des gesamten Lebensweges.

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