Donnerstag, 5. Juli 2012

Germany ist in der Pflicht: Das Londonder Schuldenabkommen von 1953

Das deutsche Wirtschaftswunder – ein Sonderfall? Oder ein deutliches Beispiel dafür, dass wirtschaftlicher Aufschwung möglich ist, wenn der politische Wille dazu da ist?  

Von humanen Rückzahlungsbedingungen, wie Deutschland sie 1953 erhalten hat, können die hoch verschuldeten Länder heute nur träumen. Viele von ihnen müssen einen Großteil ihrer Einnahmen für den Schuldendienst aufwenden und mit Sozialabbau reagieren. Die Bundesrepublik Deutschland – vor 60 Jahren selbst noch ein Schuldnerland – hat sich beieleibe nicht selbst am Zopf aus dem Sumpf gezogen und gehört heute zum Kreis der mächtigsten Gläubiger.

Der 27. Februar 1953 ist ein historischer Tag für die Bundesrepublik Deutschland. An diesem Tag wurde in der der britischen Hauptstadt das "Londoner Schuldenabkommen" unterzeichnet, von Vertragspartner, die wenige Jahre zuvor noch Kriegsgegner waren: Die junge Bundesrepublik auf der einen Seite und die West-Alliierten, vertreten durch England, Frankreich, und den USA sowie weitere Gläubigerstaaten auf der anderen Seite. Insgesamt waren Vertreter aus mehr als 20 Staaten beteiligt.

Das Londoner Schuldenabkommen mit seinen außergewöhnlich humanen Konditionen für das hoch verschuldete Nachkriegs-Deutschland hat wesentlich zum deutschen Wirtschaftswunder der 1950er und 60er Jahre und zu einem schnellen Wiederaufbau des zerstörten Landes beigetragen. Das Abkommen ist noch heute eines der wenigen historischen Beispiele dafür, wie umsichtig und Schuldenmanagement sein kann - wenn der politische Wille dazu vorhanden ist.

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[Letzte Aktualisierung 5.7.12]

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