[ #politikmodelle ] Genossenschaften als kommunales und bürgernahes Wirtschaftsmodell?

Genossenschaften eröffnen den Bürgern in den Gemeinden neue Chancen. Gerade gegen die Folgen des Privatisierungswahnes könnten Genossenschaften die "andere" Privatisierung darstellen, Bürgerbeteiligung statt Bürgerausschluss.

Freiwillige kommunale Dienstleistungen und Infrastruktur können erhalten und bürgernah weitergeführt werden. Kommunale Pflichtaufgaben lassen sich interessengerechter und demokratischer gestalten. Dienstleistungen und Infrastrukturangebote können durch die Mitgliedschaft von Bürgern, Vereinen und örtlichen Unternehmen auf eine breite und solide wirtschaftliche Basis gestellt werden. Dabei ist das Genossenschaftsmodell ist nicht die Lösung für die Finanzprobleme der Gemeinden schlechthin. Es wäre aber ein Versuch die zukünftige Handlungsfähigkeit zu sichern und die Errungenschaften der Selbstverwaltung zu bewahren und stärken. Es wäre vielleicht auch ein Schritt in die Bürgergesellschaft. nicht nur der anstehenden Finanzkrise, die auch die Gemeinden und ihre soziale Infrastruktur über kurz oder lang in voller Härte treffen muss, könnte damit getrotzt werden, Genossenschaften weisen den Weg zu einem am Gemeinsinn orientierten Wirtschaften!

Die Genossenschaft ist eine Rechtsform für wirtschaftliche Aktivitäten. Gewinnerzielung ist erlaubt, aber nicht Maxime wie bei Kapitalgesellschaften oder bei privaten Investoren bzw. Betreibern zu vermuten. Die Mitgliedschaft in einem Revisionsverband mit Beratung und Einbindung in einen großen Verbund trägt mit zur Qualität in der Unternehmensführung bei. Die gesetzlich vorgeschriebene Revision bedeutet Sicherheit für Mitglieder, Subventionsgeber, Sponsoren oder für eine Beteiligung seitens der öffentlichen Hand.

Beispiel: Das Hallenbad Zürich-Altstetten. 1997 sollte es geschlossen und abgebrochen werden - konnte dank der Initiative von Einzelnen und mit der Unterstützung der Bevölkerung erhalten werden. Heute wird das Bad als Betriebgenossenschaft privat geführt, mit Unterstützung der Stadt Zürich. Die im Jahre 1997 als Versuch deklarierte Auslagerung der betrieblichen Verantwortung hat sich nach Einschätzung des Zürcher Stadtrates bewährt. Die Zusammenarbeit hat sich gut entwickelt und durch das Engagement der Genossenschaft konnten auch die Frequenzen erfreulich gesteigert werden. Die Stadt hat Sitz im Verwaltungsgremium der Genossenschaft, wodurch nicht nur der Einsatz der städtischen Mittel überwacht werden kann, sondern auch betriebliche Synergien mit den durch die Stadt betriebenen Badeanlagen optimal ausgeschöpft werden können.

[Heimat✔ Politik✔ Menschen✔] ⇒

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