Schaffung von Arbeitsplätzen durch EU-Mikrofinanzierung ohne Österreich

Wilhelm Molterer Bild: EIB
Kein Interesse Österreichs an Mikrokrediten, obwohl der ehemalige Vizekanzler und Finanzminister Wilhelm Molterer Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank ist? Der zweite Umsetzungsbericht nennt Österreich nur einmal am Rande als zukünftige Aufgabe auf der vorletzten Seite in der letzten Zeile: "  further agreements will be signed with microcredit providers in Austria, Belgium, Germany". 

Durch die Förderung der Gründung von Kleinstunternehmen hat sich das europäische Progress-Mikrofinanzierungsinstrument als Instrument zur Schaffung von Arbeitsplätzen erwiesen – besonders bei Gruppen, die nur schwer Zugang zu herkömmlichen Finanzierungsquellen erhalten. Zu diesem Ergebnis kommt der  zweite Umsetzungsbericht. Zwanzig Mikrokreditanbieter aus ganz Europa haben Bürgschaften oder Finanzmittel (Schuldtitel oder Beteiligungen) aus dem Instrument erhalten, mit deren Hilfe sie in den nächsten zwei bis drei Jahren Darlehen im Gesamtwert von 170 Mio. EUR an künftige Kleinstunternehmer vergeben sollen.

Jungunternehmen. Das Instrument, das Ende 2010 gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank-Gruppe ins Leben gerufen wurde, hilft Mikrokreditanbietern, die vom Europäischen Investitionsfonds (EIF) ausgewählt werden, ihr Mikrokreditvolumen zu erhöhen. Es sieht außerdem Anreize für die Vergabe von Darlehen an „Risikogruppen“ vor, z. B. junge Menschen, die für einen herkömmlichen Bankkredit nicht über ausreichend Sicherheiten verfügen.

Die Europäische Kommission beabsichtigt, die Mikrofinanzförderung im nächsten Finanzplanungszeitraum im Rahmen des von ihr vorgeschlagenen Programms für sozialen Wandel und soziale Innovation fortzusetzen. Der entsprechende Vorschlag sieht auch den Kapazitätsaufbau für Mikrofinanzinstitute vor. Das PSCI (Programm für sozialen Wandel und soziale Innovation) würde – wie bereits das Progress-Mikrofinanzierungsinstrument – die Strategien des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Förderung inklusiven Unternehmertums ergänzen. Der ESF (Europäischer Sozialfonds) kann beispielsweise der Finanzierung von Dienstleistungen für die Unternehmensentwicklung dienen, mit deren Hilfe Existenzgründer die notwendigen Kompetenzen für die Leitung ihres Unternehmens erwerben können.

Das europäische Progress-Mikrofinanzierungsinstrument wurde 2010 ins Leben gerufen, um Menschen Zugang zu Finanzquellen zu verschaffen, die normalerweise nur schwer einen Kredit zur Gründung oder zum Ausbau ihres Unternehmens erhalten würden. Das Instrument bietet Bürgschaften und finanzierte Instrumente für Mikrofinanzintermediäre an. Die Finanzmittel für diese Initiative in Höhe von 203 Mio. EUR für den Programmplanungszeitraum 2010–2013 stammen von der Europäischen Kommission und der Europäischen Investitionsbank.

KMU. Die Progress-Mikrofinanzierung soll den Zugang von Kleinstunternehmern, einschließlich Selbständigen, zu Krediten verbessern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt unter anderem auf Gruppen mit eingeschränktem Zugang zum herkömmlichen Kreditmarkt, z. B. Unternehmerinnen, Jungunternehmer, Unternehmer, die Minderheiten angehören, Unternehmer mit Behinderung, Einpersonenunternehmen usw.

Die Progress-Mikrofinanzierung bietet Kredite von bis zu 25.000 EUR und soll bis 2019 ein Gesamtkreditvolumen von 500 Mio. EUR für 46.000 Mikrokreditnehmer in ganz Europa generieren. Der Europäische Investitionsfonds (EIF) verwaltet die Progress-Mikrofinanzierung im Namen der Europäischen Kommission und der Europäischen Investitionsbank und wählt in den Mitgliedstaaten die Mikrokreditanbieter aus, die den Mikrokreditnehmern die Darlehen gewähren. Bei den Mikrokreditanbietern kann es sich um private oder öffentliche Banken oder bankfremde Mikrofinanzeinrichtungen handeln, die auf nationaler, regionaler oder lokaler Ebene tätig sind.

Report on the Implementation of the European Progress Microfinance Facility - 2011: CONTENTS
1. Introduction 4
2. Implementation at the level of microcredit providers 4
2.1. Contracts concluded4
2.2. Actions funded6
2.3. Applications accepted and rejected 8
3. Impact at micro-borrower level 9
3.1. Microloan volumes and the number of beneficiaries 9
3.2. Types of final beneficiaries. 10
3.3. Social and employment impact of Progress Microfinance11
4. Complementarity and coordination with other European Union instruments  13
5. Conclusions and outlook 14

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[Letzte Aktualisierung 19.7.12]

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